Das Märchen von der großen Liebe Kaum etwas wird mehr romantisiert als romantische Liebe ...
Die Liebe - sie wird seit Jahrhunderten leidenschaftlich in Liedern besungen in der Literatur
wird ihr gelobhudelt und in Filmen wird sie selbst in ihren toxischsten Ausformungen
glorifiziert. Wir haben die romantische Liebe trotz ihrer Volatilität und meist relativ kurzen
Dauer zu einem zentralen gesellschaftlichen Organisationsmodell gemacht. Romantische Liebe ist
das was uns pausenlos und von klein auf als unerlässlicher Bestandteil von Lebensglück und
Erfüllung ins Hirn gehämmert wird. Dabei ist ihre Realität alles andere als romantisch - und
das vor allem für Frauen. ... kaum etwas hat diese Romantisierung weniger verdient!
Heteroromantische Beziehungen bilden den Rahmen dafür dass Frauen zwei Drittel der unbezahlten
Arbeit übernehmen weniger verdienen und in Abhängigkeiten rutschen. Unverheiratete Frauen ohne
Kinder sind dagegen die glücklichste und gesündeste Bevölkerungsgruppe. Sie haben eine höhere
Lebenserwartung als verheiratete während verheiratete Männer länger leben als unverheiratete.
Romantische Beziehungen mit Männern schaden Frauen: gesundheitlich emotional und
wirtschaftlich. Eine provokante Wutschrift aus feministischer Perspektive In diesem
großartigen Essay arbeitet Beatrice Frasl diese Ungerechtigkeiten auf und plädiert für ein
Umdenken. Denn: Romantische Liebe ist eine patriarchale Indoktrinationskampagne deren Narrativ
sich seit Jahrhunderten durchsetzt. Wie gut dass wir sie nicht brauchen. Dass wir
selbstbestimmt entscheiden können was Liebe für uns bedeutet.