Saral Sarkar ist vielen als einer der profiliertesten Vertreter des "Ökosozialismus" bekannt
der konsequent vom Paradigma der Grenzen des Wachstums ausgeht. Und genau aus dieser
Perspektive wendet er sich in diesem Buch den Ursachen von Krieg und Gewalt sowie den
Bedingungen des Friedens zu. Ist Krieg das unausweichliche Schicksal des Homo sapiens? Sarkar
beginnt seine Betrachtung zunächst bei den klassischen Aggressionstheorien der
Verhaltensforschung (z.B. Konrad Lorenz Irenäus Eibl-Eibesfeld) der Primatologie der
kritischen Gesellschaftstheorie (Erich Fromm). Er stellt fest: Auch wenn Krieg als eine
Konstante der Geschichte der menschlichen Zivilisation erscheint sind wir keineswegs genetisch
auf Krieg programmiert. Zur Geschichte des Homo sapiens gehört genauso ein tief verwurzeltes
Erbe von Solidarität Reziprozität und der Fähigkeit zur diskursiven Konfliktbewältigung. Da
Sarkar alles andere ist als ein naiver Idealist deckt er anhand der Konflikte und Kriege in
jüngerer Zeit auf welche kulturellen ethnischen sprachlichen und religiösen Faktoren ein
erhebliches Gewaltpotenzial entfesseln können. Das ungebremste Bevölkerungswachstum und das
industrielle Wachstum mit seiner Gier nach Ressourcen stellt Sarkar als die gegenwärtig
wirkmächtigsten Hintergrundfaktoren militärischer Konflikte heraus. Dies macht die Originalität
seines Beitrags aus. Anhand der konkreten Fallbeispiele des Genozids in Ruanda und des
Israel-Palästina-Konflikts macht er deutlich dass der demografische Druck entscheidend für die
Entfesselung von Gewalt ist. Ergänzend zeigt Bruno Kern in seinem Beitrag vor allem: Wenn die
Menschheit sich noch die Chance bewahren will ihre ökologische Krise zu bewältigen muss sie
sich zugleich von jeder militärischen Logik verabschieden.