Es gehört zu den ältesten und produktivsten Quellen von Wissenschaft Menschen vor den Gefahren
einer unbeherrschten Natur zu schützen. In der realitätsgerechten Beobachtung und
Rekonstruktion der Geschehensabläufe die solche Gefahren hervorrufen haben die
Naturwissenschaften beneidenswerte Fortschritte gemacht. Sie konnten sie in den Dienst
menschlicher Gemeinschaften stellen. Warum sind die Wissenschaften vom menschlichen
Zusammenleben so weit hinter diesem Wissensfundus zurückgeblieben? Warum ist es ihnen so selten
gelungen die Gefahren die von menschlichen Gemeinschaften auf andere Gemeinschaften ausgehen
zu verstehen und zu beherrschen? Mit dieser Frage befassen sich die Texte in diesem Buch anhand
ausgewählter Themen. Die Antwort des Autoren folgt Norbert Elias: Es fehlt nicht am Engagement
der Humanwissenschaftler. Eher trifft das Gegenteil zu: Im Namen der sozialen Glaubens- und
Wissenssysteme die sie in den eigenen Reihen entwickelt haben bedrohen Menschen andere
Gemeinschaften die ihre Weltdeutungen nicht nachvollziehen wollen oder können. Die
sozialwissenschaftlichen Konkurrenzkämpfe sind in dieser Hinsicht wie Karl Mannheim gezeigt
hat den alten Glaubenskriegen nicht unähnlich. Anhand von Einzelthemen legen die Aufsätze in
diesem Band wissenssoziologische Skizzen vor die fachdisziplinäre nationale und soziale
Grenzen überschreiten.