Das Mühlhäuser Rechtsbuch entstanden im zweiten Viertel des 13. Jahrhunderts stellt eines der
herausragenden Zeugnisse für die mittelalterliche Rechtsgeschichte Deutschlands dar. In einem
seit 2018 laufenden interdisziplinär angelegten und durch die
Friedrich-Christian-Lesser-Stiftung unterstützten Projekt von Forschenden der
Goethe-Universität Frankfurt und der Philipps-Universität Marburg wurde das Rechtsbuch intensiv
aus rechtshistorischer sprachwissenschaftlicher und stadtgeschichtlicher Perspektive
untersucht und eine Neuausgabe der im Stadtarchiv Mühlhausen erhaltenen Handschrift
vorbereitet. Im ersten Band der vorliegenden Ausgabe wird diese der älteste Textzeuge des
Rechtsbuches von etwa 1270 80 als Faksimile in einer neuen kommentierten Transkription des
Textes und mit einer vollständigen Übersetzung wiedergegeben sowie in den Entstehungskontext
eingeordnet. Der zweite Band der vorliegenden Ausgabe enthält die Ergebnisse einer
wissenschaftlichen Tagung im Februar 2022 und bietet detaillierte Analysen der verschiedenen
inhaltlichen Abschnitte und wichtiger Gesamtaspekte des Rechtsbuches die insgesamt eine
Neubewertung des Werkes leisten. Den dritten Band der vorliegenden Ausgabe bildet eine
eingehende Untersuchung über die Verfassung und die sozialen Gruppen der Stadt Mühlhausen sowie
deren Verhältnis zum Reichsoberhaupt als Stadtherrn in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts.
Erstmals lässt sich so in allen Details der historische Kontext erschließen in den die
Entstehung des Mühlhäuser Rechtsbuchs einzuordnen ist. Alle drei Bände sind separat
erhältlich.