Seit dem Mittelalter prägt der St. Viktor-Dom die Silhouette der Stadt Xanten schon von Weitem.
Die zwei romanischen Türme mit ihren gotischen Helmen zählen zu den eindrucksvollsten
Westbauten der rheinischen Spätromanik der auch die herausragende Kirchenlandschaft in Köln
und der Limburger Dom zuzuordnen sind. Des Weiteren gibt es spezielle baugeschichtliche
Verbindungen zu Kirchen in Lüttich und Maastricht. Nicht minder beeindruckend ist das gotische
Langhaus mit seinem basilikal überhöhten Mittelschiff dessen reich verziertes Südportal die
vom Markt kommenden Besucher empfängt. Der fünfschiffige Bau nahm seinen Anfang 1263 mit einem
feingliedrigen Staffelchor - mithin nur 15 Jahre nach der Grundsteinlegung zum Kölner Dom.
Kölnischer Einfluss auf die Architektur von St. Viktor ist ebenso spürbar wie solcher von der
Trierer Liebfrauenkirche. Aber auch vom Oberrhein und aus den Niederlanden wurden von den
großenteils namentlich bekannten Baumeister neueste Bauformen aufgenommen. Nach den
wegweisenden Publikationen von Stephan Beissel und Walter Bader wird hier nun eine vollständig
überarbeitete Baugeschichte von St. Viktor vorgelegt die auf den in Xanten reichhaltig
überlieferten Archivalien basiert. Dazu gehört die Darstellung der Vorgängerbauten die auf
römische Grabbauten zurückgingen. Hiermit wird die gut erforschte Geschichte des Xantener
Kanonikerstiftes um die Baugeschichte der Stiftskirche ergänzt. Der auf der Nordseite des Domes
gelegene Kreuzgang ist von den Stiftsbauten umgeben: Kapitelsaal Stiftsschule Kellnerei und
Stiftsbibliothek. Deren Baugeschichte wird ebenso erläutert wie die Ausstattung zu der
zahlreiche Epitaphien an den Wänden des Kreuzganges gehören. Ebenso wird die Ausstattung des
spätromanischen Westbaus bis hin zu den Glocken mit zahlreichen neuen Abbildungen dargestellt.
Die reiche Ausstattung von Langhaus und Chor zu der mehrere bedeutende Flügelaltäre gehören
wird in dem nachfolgenden Band 3 dieser fundamentalen Inventarreihe eigens gewürdigt.