Das Leben schreibt die besten Geschichten. Ja schön sagen Drehbuchautoren aber das genügt
nicht. Das wahre Leben und der Spielfilm passen selten so richtig zusammen. Für Filme "nach
einer wahren Begebenheit" muss tüchtig umgeschrieben werden. Erbarmungslos werden Beteiligte
rausgestrichen oder umgepolt was den Handlungsfluss stört kommt weg. Wer sich nicht entwickeln
will muss angeschoben werden ja und irgendwie muss da noch eine Liebesgeschichte rein.
Kurzum: Auch die realen Helden haben sich den eisernen Drehbuch-Regeln zu beugen. Oder geht's
auch anders? Für das Buch "Nach einer wahren Begebenheit" haben sich Journalistinnen und
Journalisten 21 Filme nochmals genau angesehen und mit den realen Geschichten abgeglichen. Sie
zeigen auf wo die wahren Geschichten enden wo die Fiktion beginnt und welche Ereignisse
offenbar den Drehbuchautoren nicht ins Handwerk passten und darum nonchalant ignoriert wurden.
"Oppenheimer" "Meuterei auf der Bounty" "Pocahontas" oder "Bohemian Rhapsody" - was ist so
passiert was ist Fake? War Kapitän Bligh tatsächlich ein brutaler Sadist? Und Fletcher
Christian der mutige Held der "Bounty"? Wer schrieb "Schindlers Liste"? Wir sehen auch: Manche
wahre Geschichte ist noch längst nicht auserzählt... - dazu gedichtet oder weggelassen?