★★★★★
k.A.
26.07.2026
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Dieses Hörbuch von Thomas Morus ist absolut faszinierend und transportiert mich direkt in die Welt von Utopia. Die Geschichte ist unglaublich reich an Gedanken und lässt einen tief nachdenken.
★★★★★
k.A.
26.07.2026
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Dieses Hörbuch von Thomas Morus ist absolut faszinierend und transportiert mich direkt in die Welt der utopischen Ideen. Die Qualität der Aufnahme ist hervorragend und das Thema ist tiefgründig und sehr spannend.
★★★★★
k.A.
26.07.2026
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Super!
Das unter dem Namen «Utopia» publizierte Buch von Thomas Morus weist bereits im Titel auf seinen satirischen Charakter hin, ein im Englischen homophones Sprachspiel um die griechischen Begriffe Outopia und Eutopia, deutsch ‹Nichtort› und ‹Glücksort›. Das im Original auf Latein verfasste Werk wurde auf Betreiben seines Freundes Erasmus von Rotterdam erstmals 1516 in den Niederlanden herausgegeben. Morus hatte bei ihm während einer diplomatischen Mission mehrere Wochen als Gast gewohnt und bei dieser Gelegenheit den entscheidenden Teil dieses Werkes geschrieben, das den thematisch zentralen Reisebericht umfasst, hin zu jener unbekannten, wundersamen Insel.Mit dem später entstandenen ersten Teil fügte der Autor trickreich eine Rahmengeschichte hinzu, in der er in persona als Gesprächspartner eines Seefahrers namens Hythlodeus auftritt. Der erzählt von seinen weiten Reisen und schwärmt insbesondere von der unbekannten Insel Utopia, die südlich des Äquators liege. Morus nimmt dabei, aus gutem Grund, nur die Rolle eines kritischen Gesprächspartners ein, der aus reiner Höflichkeit dem euphorischen Lobgesang nicht widerspricht. Die staatskritische Thematik seines Buches nämlich war sehr gefährlich, er musste deswegen offenbar literarisch deutliche Merkmale einbauen, um das Fiktionale des Ganzen zu betonen. Denn wie sich später zeigte, wurde er als Lordkanzler unter Heinrich VIII wegen Aufmüpfigkeit ja kurzerhand zum Tode verurteilt, - Rübe ab, schon war er Märtyrer, so schnell ging das! Seine vorsorglich manifestierte, ironische Distanz drückt sich bereits im Namen des Seemannes aus, der übersetzt ‹Possenreiter› bedeutet. Andererseits ist Thomas Morus aber auch neugierig und bedeutet Hythlodeus, ihm die gesamte Geschichte von seinem fünfjährigen Aufenthalt in Utopia zu erzählen. Mit seinem ausführlichen Bericht, der den zweiten Teil dieses satirischen Romans bildet, kommt der ‹Possenreiter› diesem Wunsch erkennbar gerne nach.Geschildert wird ein idealtypisches Staatsgebilde, das man als basisdemokratisch organisierten Kommunismus freier Bürger bezeichnen könnte. Der ganz ohne Geld auskommt, in dem alles allen gehört und jeder gerechterweise das zugeteilt bekommt, was er benötigt. Es gibt also kein Eigentum, aber auch keine Privilegien, alle herausgehobenen Ämter werden, nach einem Rotationsprinzip ständig wechselnd, nur auf Zeit verliehen. Alle arbeiten als Bauern oder Handwerker sechs Stunden am Tag, werden gemeinsam verpflegt und tragen einheitlich eine zweckmäßige Kleidung aus eigener Produktion. Da das viele Gold, das sie besitzen, als Material für sie keinerlei praktischen Nutzen hat, fertigen sie ihr Nachtgeschirr daraus. Es gibt noch viele weitere derart wunderliche Verhaltensweisen und soziale Regeln, dass seit Erscheinen des Buches immer wieder allerlei Deutungen und philosophische Dispute heraufbeschworen wurden über die faszinierende Ideenwelt von Utopia. Unwillkürlich stößt man beim Lesen dieses inzwischen fünfhundert Jahre alten Textes häufig auf Gedanken, die eigentlich naheliegend sind und viele Probleme mit einem Schlage lösen könnten, auch die unserer heutigen Welt. Wenn dem nicht jener aus dem Selbsterhaltungstrieb resultierende Eigennutz unausrottbar im Wege stände. Genau das hatte auch Karl Marx nicht berücksichtigt. Das Glück der Utopier nämlich liegt im Ideellen, nicht im Materiellen. Sie nutzen die reichlich vorhandene Zeit, um den Geist zu bereichern, für alles andere ist ja bestens gesorgt, alle sind gleichermaßen zufrieden mit dem, was sie haben.Die liebevoll editierte Menasse-Ausgabe von 2004 lässt sich in der Übersetzung von Jacques Laager trotz der anspruchsvollen Thematik sehr flüssig lesen. Dabei hilft zum Verständnis der umfangreiche, erschöpfend Auskunft gebende Anmerkungsapparat. Als zeitloser Klassiker kann man diesen Roman, wie ich es getan habe, auch wiederholt lesen, man wird immer wieder erneut bereichert von diesem utopischen Triumph der Vernunft.
"Ferner glaube ich, daß es dem gut geht, der in seinerHandlungsweise mit dem Geiste der Zeit zusammentrifft."(Niccolò Machiavelli in: Der Fürst, 1516)Wenn man aus dem frühen 16. Jahrhundert diese Welt betrachtet, dann ist es die Welt des Aufbruchs. Aus der terranen Depression und dessen Begrenztheit fliehen zu wollen, heißt, einfach an Bord zu gehen. Herman Melville im Moby Dick hat es verstanden, diesen einfachen Topos zu beschreiben und so ist die Welt um Thomas Morus (1478-1535) nicht anders zu sehen.Geboren 1478 wurde Thomas More (Morus) zu einem geachteten Mann, Diplomat, Richter und auch Freund von Erasmus von Rotterdam. Sein Lebensziel war die Eintracht mit sich selbst. Sich daher zu verweigern gegenüber Heinrich VIII war notwendige Konsequenz über den Tod hinaus. Hingerichtet im Jahre 1535 wurde er im Sinne der Kirche heilig gesprochen ca. 400 Jahre später. Utopia, erschienen im Jahre 1516, ist eine Vision eines Staatsgebildes auf Basis eines christlichen Weltbildes mit dem Verzicht auf Privateigentum, Geldwirtschaft und Hierarchie. Stolz, Neid, Machtgier wurden geopfert zu Gunsten einer Gleichheit unter dem Verzicht der Freiheit durch Differenz.Thomas Morus hat erkannt, dass in Wonne schwelgen unter Stöhnenden heißt, ein Kerkermeister zu sein. Dieses zu sehen und den Willen zu ändern zu haben, heißt, sich den Gegebenheiten der Zeit zu widersetzen. Eine stumme Rolle sagt mehr, als Unpassendes aufzusagen, so die Morus Idee einer Zeit, die Klarheit im Aufbruch wünscht. So gelingt es ihm, in den Worten alter Meister, Gemeinwohl zu fördern im Sinne der Lehre Christi und der gültigen Sitten, ohne andern zu folgen, die mit besserem Gewissen Böses tun. Und so waren vielleicht die Zweifel berechtigt: "Um die Wahrheit zu sagen, so bin ich mit mir selbst noch nicht einig, ob ich die Utopie überhaupt herausgeben soll". Schließlich und mit Zureden des Erasmus von Rotterdam erschien der "Bericht des vortrefflichen Herrn Raphael Hythlodeus über die beste Staatsverfassung: Herausgegeben von dem berühmten Herrn Thomas Morus, Bürger und Vicecomes der weltbekannten britischen Hauptstadt London".Thomas Morus gelingt es über die Insel der Utopier so berichten zu lassen, dass die Insel der Jetztzeitigen genügend Motivation erhält, die eigene Situation zu überdenken. Utopia liefert eine Gesellschaft, die schon im 16. Jahrhundert die Welt des Karl Marx vorweg denkt. Unter dem Primat der Gleichheit werden die Vorteile geboren, die jeden in Utopia treffen und zu einem zufriedenen Bürger machen. Und doch verwundert, dass die Idee der Religion auch hier von herausragender Bedeutung ist. Jenseits, epikureerisches Denken und naturgemäße Tugend sind die Botschaften aus einer anderen Welt ins Diesseits. Nicht jedoch ohne auf Ironie zu verzichten. Ist Morus der Verfasser und gleichzeitig der Protagonist als kritischer Dialogpartner des Erzählers, verfremdet er denjenigen zusätzlich als Possenreißer. In einer Zeit der diktatorischen Herrschaft lässt man sich besser alle Seiten offen, folgt man Machiavellis Ratschlag.Morus Idee eines Staates Utopia findet neue Diskussion im Diskurs von Ungleichheit. So wie Morus sich den Themen Gleichheit und Gerechtigkeit gewidmet hat, so tat es Rousseau zur Aufklärung und später im Jahre 2009 Norbert Bolz im "Diskurs über Ungleichheit". Auch wenn Morus mit seiner Idee nicht nur den glücklichen Staat, sondern auch einen, der ewig dauern wird, projiziert, so ist sein Bestreben eine Grundfeste aller Staatsgründer. Zwietracht zwischen den Richtungen zu vermeiden, scheint Morus Ziel in den übertragenden Ausführungen von Raphael, einem Seemann.Morus Hommage an die Zeit ist, einem Seemann das Wort zu geben, weil dieser berichten kann von der terra incognica, dem unbekannten Land und den gewünschten Verhältnissen. Dass Morus Jahrhunderte später Auslöser neuer Ideen und Romane war, zeigt sich bei H.G. Wells Literatur-Spektrum. Bloch hält Utopia für menschenwürdig, weil die Menschen von der Arbeitsfron befreit sind. Für ihn ist somit das Leben jenseits der Arbeit maßgebend für die Beurteilung und die Definition von Utopia. Nun obliegt es dem Leser, sich die Welt neu anzusehen und neu zu beurteilen. Für Morus bleibt der Schluss: "so muss ich doch ohne weiteres gestehen, dass es im utopischen Staatswesen eine Menge Dinge gibt, die ich in anderen Staaten verwirklicht zu sehen wünsche. Freilich wünsche ich das mehr, als ich es hoffe".Die beiden Gesprächspartner im Dialog haben sich profund geschlagen, überraschend ist, dass die Gewichtung beider Meinungen in einer Dritten sein muss. Daher ist der Leser Teil der immerwährenden Diskussion um eine Utopie (Utopia wie Dystopia), die seit Platons Politeia in der Idee des Idealstaates die Menschen in den Bann zieht.--