Christa ist siebzig. Geschieden Mutter erwachsener Kinder erfolgreiche Wissenschaftlerin
aufgewachsen in der DDR und längst in Köln zu Hause. Sie ist eine unkomplizierte Frau -
pragmatisch nüchtern unaufgeregt. Im Rückblick begegnet sie den Männern ihres Lebens: der
Jugendliebe Udo aus der Zeit im Zündwarenwerk zwei Ehemännern enttäuschenden und kurzen
Beziehungen dem klugen Südamerikaner José dem gutaussehenden Nichtsnutz Curt genannt der
'Haarmann'. Christa wechselt mühelos zwischen den Lebensstufen der Zwanzig- Vierzig- und
Siebzigjährigen reflektiert ihre Entscheidungen ihre Beziehungen ihre Rolle darin - ohne
Sentimentalität mit lakonischem Humor. Als sie dem vorsichtigen und verschlossen Karl begegnet
ausgerüstet mit einer abgetragenen khakifarbenen Weste und wenig Worten über sich selbst
scheint zunächst wenig Spektakuläres zu beginnen. Doch sie verbindet ein stiller Grundkonsens:
das gemeinsame Aufwachsen im Osten geteilte Codes einer Vergangenheit die wie eine
Geheimsprache wirken. Auf einer gemeinsamen Radtour gerät Christas Leben unerwartet in
Bewegung. Was abgeschlossen schien öffnet sich erneut. Ungeklärtes drängt an die Oberfläche.
Und die Frage stellt sich neu ob Unkompliziertheit immer eine immer eine Stärke ist - oder
manchmal auch ein Schutz der Nähe verhindert.