Smarte neue Arbeitswelt? Ein schonungsloser Blick hinter ihre glänzenden Oberflächen Von der
Pflege bis ans Fließband: Es gibt kaum noch einen Bereich der Erwerbsarbeit der nicht von der
Digitalisierung betroffen ist. Sie erscheint dabei als unausweichliches Schicksal. Simon
Schaupp vollzieht einen Perspektivenwechsel. Ausgehend von Momenten des Konflikts zeigt sich
die Digitalisierung der Arbeitsprozesse selbst als umkämpftes Terrain. Im Zentrum von
»Technopolitik von unten« stehen deshalb die Beschäftigten: Mit welchen Strategien reagieren
sie auf die Polarisierung der Arbeitswelt in hochqualifizierte Digitalexpert:innen und manuell
Tätige die algorithmisch gesteuert und prekär beschäftigt zunehmend ersetzbar werden? Um das
zu beantworten hat Schaupp mit Manager:innen Ingenieur:innen und Arbeiter:innen gesprochen
politische Organisierungsversuche begleitet und selbst mehrere Monate als Kurierfahrer und in
der Elektroindustrie gearbeitet. Seine Forschung macht deutlich: Überall wo algorithmische
Arbeitssteuerung als Mittel der Verdichtung und Entwertung menschlicher Arbeit eingesetzt wird
finden sich auch Vorgänge des Widerstandes und der Selbstorganisation. Schaupps Studie fordert
uns so zu einer Revision des Bildes heraus das wir uns von der Digitalisierung gemacht haben.