Mit 'jenem Alphabet genannten Spiel' vergleicht Proust in einer Agenda-Notiz seine
Schreibarbeit als er sich im Herbst 1914 entschließt den Namen Albertine über den Namen
Gilberte zu legen. Zuvor schon hatte er das kleine p und das kleine m der petites
madeleines in Majuskeln verwandelt und so sein zukünftiges Werk signiert: Proust Marcel.
Dasselbe tut er später wenn er aus einem Quartett ein Septett macht septuor enthält alle
Buchstaben von proust . So spielerisch Proust sich des Alphabets bedient so systematisch
wie unterhaltsam führt uns Luzius Keller in über tausend Stichwörtern durch Prousts Welt. Man
begegnet Prousts Familie seinen Freunden und Bekannten. In ausführlichen Zitaten 'hört' man
Prousts Sprache seine Sätze seine Pointen man 'sieht' seine Figuren mit den oft merkwürdigen
Namen: Swann Charlus Morel Saint-Euverte Simonet Elstir. Man wird Zeuge sehenswerter
Szenen: Lektüreszenen Begegnungsszenen Badeszenen Voyeurszenen Todesszenen. Und man erfährt
womit und mit wem sich Proust und wer sich mit Proust beschäftigt hat. So tut sich ein
literarisches Panorama auf erleuchtet von Strahlen die von einem intertextuellen und
intermedialen Horizont aus auf Prousts uvre fallen sowie von Strahlen die von Prousts uvre
aus einen jeden von uns treffen.