Mano ein Orang-Utan im Berliner Zoo kann keine Briefe empfangen. Doch das hält den Erzähler
dieses Romans nicht davon ab ihm zu schreiben - obsessiv zärtlich und zunehmend dringlicher.
Zunächst sind es Erkundungen über Manos Leben seine Herkunft die Frage nach seinem Namen und
seiner Genealogie. Doch von Brief zu Brief rückt ein anderer Gedanke in den Vordergrund: Wie
kann Mano befreit werden? Oder ist es eigentlich das Ich das befreit werden muss? Was als
poetische Reflexion über Gefangenschaft und Anderssein beginnt wird zu einer fieberhaften
Obsession in der die Grenzen zwischen Empathie und Projektion zwischen Vernunft und Wahnsinn
verschwimmen. Der Erzähler verstrickt sich in juristische und philosophische Überlegungen
entwickelt Befreiungspläne und sucht in der Sprache ein Mittel um zu Mano durchzudringen. Doch
Mano bleibt stumm. Briefe an Mano ist ein eindringlicher aufrüttelnder Roman über die Macht
der Sprache die Sehnsucht nach Nähe und die Unmöglichkeit einer Verständigung. Subtil lotet
Sacha Bourgeois-Gironde die Abgründe unserer Beziehung zu Tieren zu unserem Anderen aus - und
somit nicht zuletzt auch die Beziehung zu uns selbst.