Unser Geschichtsbewusstsein verortet Sklavenjagd und Menschenhandel kaum je im
mittelalterlichen Europa. Tatsächlich aber war das christliche Abendland im frühen Mittelalter
ebenso wie das subsaharische Afrika das politisch-ökonomische Randgebiet einer Welt die neben
Byzanz vor allem vom Kalifat im Vorderen Orient sowie seinen Emiraten in Spanien und Nordafrika
beherrscht wurde. Im Zuge des protoglobalen Fernhandels entstand unter dem islamischem Halbmond
eine Raumordnung in der sowohl Afrika als auch Europa zu Lieferzonen der Sklavenmärkte in
Konstantinopel Damaskus Bagdad und Cordoba wurden. Nichtmuslimische Afrikaner und christliche
Europäer wurden gleichermaßen massenhaft gefangen genommen unterjocht und ausgebeutet - mit
einem Wort: versklavt. Mit Blick fürs Detail folgt Jan Robert Weber den historischen Spuren des
Sklavenhandels und erzählt die Geschichte der frühmittelalterlichen S laving Zones mit
zweierlei Ausgang: Während das sudanische Afrika dauerhaft zum größten Versklavungsraum der
Weltgeschichte hinabsank rettete sich das lateinische Europa im 10. Jahrhundert mittels Glaube
und Gewalt.