Protokoll eines Missbrauchs Dokumentation eines Heilungsprozesses - als Verkörperung der
Migration unter sowjetischen Erziehungsmethoden einer Kultur des Schweigens und elterlichem
Erwartungsdruck im Übehaus aufgewachsen wo der Traum Pianist zu werden vom Wunsch abgelöst
wird den Steinway-Flügel zu zertrümmern probiert sich das autofiktionale lyrische Ich an
Rebellion - sei es durch Ladendiebstahl sei es durch Sex mit einer Gojte. Vermittler zwischen
familiären Ansprüchen und jugendlichem Zorn wird ihm dabei der Kinderarzt der sich über Jahre
zum immer wichtigeren Teil in Daniels Leben macht bis schließlich zu jener Nacht in der
»alles an freundschaft und poesie das zwischen uns lebt« infrage gestellt wird. Daniel Arkadij
Gerzenberg erzählt in Versen voll bestechender Offenheit davon wie sich jemand das ihm
entgegengebrachte Vertrauen zunutze macht davon wie es ist wenn plötzlich nichts mehr -
nicht die Eltern die berufliche Laufbahn die eigene Jüdischkeit alles was man liebt -
unbelastet ist und frei von »seinem blick« vor allem aber davon wie Literatur zum
Richterhammer werden kann der ins Recht setzt was die Wirklichkeit verwehrt.