★★★★★
Dieter Johannes Hanisch
19.06.2023
amazon.de
Buch super, Lieferung schnell und zuverlässig - DANKE! Das Buch zeigt und beschreibt frühere Porträtfotografie aus der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts auf hohem Niveau, auch viele experimentelle Fotos sind zu sehen - eine echte Bereicherung unserer umfangreichen Fotobuch-Bibliothek.
Seit der Renaissance diente das Porträt der Repräsentation der dargestellten Persönlichkeit. Die Bildnisfotografie der 1920er Jahre leitete mit radikalen ästhetischen Neuerungen das Ende des klassischen Porträts ein. Die Fotografinnen und Fotografen nutzten das menschliche Antlitz als nach eigenem Vorstellungen inszenierbares Material, um ästhetische Überlegungen der Avantgarde wie auch gesellschaftliche Entwicklungen darzustellen.Die Albertina Wien widmet dieser Thematik die repräsentative Ausstellung „Faces – Die Macht des Gesichts“ (12. Febr. bis 24. Mai 2021). Es ist zugleich die 555. Ausstellung der Albertina. Da der Besuch durch die Corona-Pandemie sehr eingeschränkt ist, kommt dem umfangreichen Begleitkatalog, der im Hirmer Verlag erschienen ist, eine besondere Bedeutung zu.Wie die Ausstellung untersuchen die sechs Katalog-Essays die ideologischen Implikationen des Gesichts in ihren komplexen Facetten. Im Mittelpunkt steht dabei der Schweizer Fotograf und Kameramann Helmar Lerski, der mit Verwandlungen durch Licht zum Lichtbildner wurde. So fertigte er von einem jungen Mann rund 140 fotografische Großaufnahmen des Gesichts an. Unter aufwendigem Einsatz zahlreicher Spiegel verwandelt er die Physiognomie seines Modells in immer neue plastische Landschaften.Auch auf das avantgardistische Werk anderer FotografInnen der Zwischenkriegszeit wird ausführlich eingegangen – wie August Sander, Rudolf Koppitz, Erna Lendval-Dircksen und Erich Retzlaff. Der Katalog zeichnet sich durch eine umfangreiche Illustration aus, wobei es sich zumeist um ganzseitige Schwarz-Weiß-Porträts handelt. Ergänzt durch mehrere Fotoserien.