Der Maler Hans Purrman (1880-1966) verkörperte die Zeit, in der er lebte. Früh übernahm er die Interpretation des impressionistischen Stils. Seine Gemälde waren Augenblickswahr-nehmungen mit einer ausgeprägten Konzentration des Lichtes für den Farbauftrag und -ausdruck. Er war ein Maler des „Auges“. Er malte, was er sah, was ihn berührte und was er liebte. Er suchte die aus der Natur gefilterte Darstellung.Die Ausstellung „Hans Purrmann – Ein Leben in Farbe“ im Bielefelder Kunstforum Her-mann Stenner (14. Febr. bis 15. Aug. 2021) macht mit dem Maler und seinem eindrucksvollen Werk bekannt, das den klassischen Bildgattungen Akt, Landschaft, Porträt und Stillleben verpflichtet blieb. Im Hirmer Verlag ist dazu der reich illustrierte Begleitkatalog erschienen. Zunächst gibt die Kuratorin des Museums einen Überblick über die Lebensstationen von Hans Purrmann, der ein gefeierter Maler der Weimarer Republik war – dann von den Nationalsozialisten verfemt und nach 1945 wieder neu entdeckt wurde.Purrmanns Credo war: alles, was in der Malerei sichtbar ist, muss durch Farben hervorgebracht werden. Und so war für ihn der französische Impressionist Paul Cézanne das große Vorbild in einer gesetzmäßigen Anordnung der Farben als „Harmonie parallel zur Natur“. In neun Kapiteln werden dann Werke aus den verschiedenen Bildgattungen vorgestellt. Der Katalog bringt den „Kolorist der Moderne“ und sein farbintensives Schaffen mit zahlreichen Gemäldeabbildungen näher. Eine anregende und wichtige Publikation zu einem bedeutenden, aber leider etwas in Vergessenheit geratenen Künstler.