Seitdem Kunst entsteht, gibt es auch Künstlerinnen, obwohl sie oft in Vergessenheit gerieten. Seit der Antike über das Mittelalter, den Barock, den Manierismus, die Renaissance, das 19. Jahrhundert und bis heute gab es weibliche Kunst. Das Bucerius Kunst Forum in Hamburg präsentiert mit der Ausstellung „Geniale Frauen“ (14.10.2023 bis 28.1.2024) rund 100 Werke von erfolgreichen Hofmalerinnen, Lehrenden, Unternehmerinnen und Verlegerinnen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert und beleuchtet so diese drei Jahrhunderte aus einem neuen Blickwinkel. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht dabei der familiäre Kontext, in dem die Künstlerinnen ihre Karriere entwickelten, thematisiert und durch die Gegenüberstellung mit Werken ihrer Väter, Brüder, Ehemänner und Malerkollegen sichtbar gemacht.Im Hirmer Verlag ist der umfangreiche und reich illustrierte Begleitkatalog zu dieser bemerkenswerten Ausstellung erschienen, die danach im Kunstmuseum Basel (2.3. bis 30.6.2024) zu sehen sein wird. Im Essayteil beleuchten renommierte KunsthistorikerInnen die verschiedenen gesellschaftlichen Konstellationen, unter denen Künstlerinnen tätig waren. Die ausgestellten Werke im Katalogteil werden unter diesen Gesichtspunkten ebenfalls in unterschiedliche Themenkapitel aufgeteilt – von „Künstlerinnen am Hof“ über „Malen mit Familie“ und „Karriere vor der Ehe“ bis zu „Bewusst ohne Ehemann“. Durch die bewusste Gegenüberstellung mit Werken der Väter, Brüder, Ehemänner oder Malerkollegen eröffnen sich weitere Einblicke.Neben einigen bekannten Künstlerinnen wie Catarina van Hemessen (1527/28-1583) oder Angelika Kauffmann (1741-1807) gibt es viele bisher weniger bekannte weibliche Künstlerpersönlichkeiten zu entdecken. Ausstellung und Katalog bietet neue Erkenntnisse zu ihrem Leben und Wirken.