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Franz Joachim Schultz
12.05.2024
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Wer in Braunschweig oder Umgebung lebt, dem empfehle ich diese Ausstellung, die noch bis zum 19. Mai 2024 im Städtischen Museum zu sehen ist. Ihnen und allen anderen empfehle ich diesen großformatigen, schönen Katalog. Galka Scheyer (1889 – 1945), die in Braunschweig aufgewachsen ist, wird hier als „Kunstagentin, Kosmopolitin, Pionierin“ vorgestellt. Sie führte ein „faszinierendes Leben“. Davon berichtet Gilbert Holzgang in seinem Katalogbeitrag (S. 23 – 43). Hier ein kurzer Ausschnitt: 1924: „Der Verleger und Kunstsammler Albert Rose in Hannover ermöglicht ihr die Reise nach New York mit einem Vorschuss von 950 Doller auf Bilder der Blauen Vier.“ (S. 32) Wer waren diese Blauen Vier? Es waren diese Künstler, die sie insbesondere betreut und vermarktet hat: Lyonel Feininger, Alexej von Jawlensky, Wassily Kandinsky und Paul Klee. Jawlensky lernte sie 1917 im Schweizer Exil kennen. Bis dahin hatte sie noch versucht, ihre Malerkarriere aufzubauen. Er verpasste ihr nicht nur den Spitznamen Galka (Dohle, wegen ihrer schwarzen Haare; eigentlich hieß sie Emmy). Er brachte sie auch dazu, die Malerei aufzugeben und sich ganz der Förderung und Vermarktung der Blauen Vier zu widmen. Dazu lese man den Katalogbeitrag von Bianca Straub (S. 17 – 19). Auch alle anderen Katalogbeiträge sind lesenswert, doch die Ausstellung und der Katalog besticht vor allem dadurch, dass hier viele, zum Teil wenig oder gar nicht bekannte Werke der vier Künstler aufgenommen sind. Der Katalog bietet sie in perfekten Reproduktionen. Hinzu kommen eigene Werke von Scheyer und zahlreiche Fotos aus ihrem Leben, die sie als selbstbewusste Frau zeigen. Wenn Sie noch ein exquisites Geschenk zu Ostern oder zu einem anderen Anlass suchen, dann wäre dieser Katalog genau das Richtige.