In diesem Band schließt Pirmin Stekeler sein umfangreiches Kommentarwerk zu Hegels Philosophie
mit einem dialogischen Kommentar zur Religionsphilosophie ab der logischtheologischen Summe
von Hegels Denken. Das Eigenwillige in Hegels Schreib- und Redestil schreckt ab. Erst recht
aber führt das Unverstandene in seinen Analysen gerade der Religionsphilosophie zu weit
auseinanderliegenden Interpretationen. Wie schon im impliziten Dauerdialog Sören Kierkegaards
mit Hegels Werk sind die üblichen Darstellungen unklarer als die Sammlungen der in ihnen
zumeist willkürlich ausgewählten Zitate. Deshalb bedarf es im Interesse der Sache eines
dialogischen Kommentars. Im Ganzen des Textes wird dann nämlich eine Art Landkarte der
Praxisformen der Religion und des theologischen Denkens sichtbar deren Universalismus den
historischen und philologischen Erforschungen des je besonderen religiösen Ethos allererst
ihren Ort und Sinn zuweist. Die Nachschrift der Vorlesung zur Philosophie der Religion aus dem
Jahre 1824 durch Griesheim (aus GW 29 1) die in diesem Band vollständig mitgeführt wird
stellt die Kultur des Religiösen in ihrer Bedeutsamkeit auf eine so komprehensive Weise dar
wie sie in den nächsten 200 Jahren nicht wieder erreicht wurde. Angesichts vieler falschen
Gewissheiten zu Seele und Gott Moralität und Sittlichkeit Subjektivität Personalität und
Gemeinschaft sowohl bei Anhängern einer partikularen Religion als auch bei selbsternannten
Aufklärern ist diese Wiedererinnerung an Religion mehr als dringlich zumal sie nicht auf
spiritualistische existentielle oder psychologische Erbauung reduziert bleibt.