Das Kernanliegen dieses Buches besteht darin Hegels Theorie des absoluten Geistes als
integralen Bestandteil seiner Sozialtheorie auszuweisen. Während der objektive Geist die
institutionelle Realisierung der Freiheit darstellt beschreibt der absolute Geist eine
Geschichte des Wissens der Freiheit in welcher die institutionelle Realisierung der Freiheit
reflektiert und transformiert wird. Jede institutionelle Ordnung ist von einem Verständnis
dessen abhängig welche Freiheit sie realisiert davon wer zu den Freien und Unfreien gezählt
wird und davon was als erstrebenswert gilt. Die Freiheit des objektiven Geists ist wie Hegel
es ausdrückt endlich. Folglich benötigt eine Philosophie umfassender menschlicher
Selbstbestimmung ein Instrumentarium um Veränderungen in der zugrundeliegenden Auffassung von
Freiheit überhaupt zu reflektieren um sehen zu können dass nicht immer dieselben als frei
galten und nicht immer dasselbe Leben erstrebenswert war. Der Vorschlag dieses Buches besteht
darin Hegels Philosophie des absoluten Geistes genau in diesem Sinne zu begreifen: Der
absolute Geist beschreibt reflexive Praxisformen in denen Menschen sich darüber verständigen
was in ihrer gesellschaftlichen Organisation als Freiheit zu realisieren wäre.