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Karlheinz Schmiedel - Buchliebhaber
05.12.2024
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Eine außergewöhnliche Schau und ein ebensolcher Katalog! Auf dem Höhepunkt des Impressionismus macht die Neue Kunst der Photographie der Malerei im wahrsten Sinne der Worte engagierte Konkurrenz.Wurde bislang nur hinter vorgehaltener Hand kolportiert, dass Künstler aus Kostengründen nach Aktfotos Zeichnungen und Gemälde gestalteten, so wird jetzt das revolutionierende Phänomen der Photographie eingehend analysiert. Photographen folgen den Malern in die Natur. In Paris liefert die umwälzende Stadtumgestaltung durch Haussmann (1809-1891) unbekannte Eindrücke.Die Motive der Impressionisten sind auch die Motive der Fotokünstler. So greift Antonin Personnaz (1859-1936) Claude Monets (1840-1926) Getreidespeicher in zahlreichen Varianten auf. Auch dessen Klippen in der Bretagne werden von den Photographen in stimmungsvollen Aufnahmen nachgestellt. Manchmal muß man mehrfach hinschauen, bis klar wird, ob es ein Photo oder ein Gemälde ist.Das überaus reichhaltige Material wird von sechs Autorinnen und vier Autoren zum besseren Verständnis in zwölf Kapitel gegliedert: Photographie und Tradition, plain air, Paris und die Künste, Impressionistische Fleckenmalerei, Die Wiener Avantgarde, Himmel und Meer, Die Moderne in Paris, Waldbilder, Land und Fluss, Piktorialismus, Autochrome.In einem umfangreichen Glossar werden die photographischen Techniken ausführlich beschrieben. Im „Dialog“ wird die gegenseitige Beeinflussung anschaulich dargestellt. Dazu werden in rund 60 Biographien die ausschließlich männlichen Photokünstler bekannt gemacht,- von Nadar und den Brüdern Lumière bis hin zu Edward Steichen und Alfred Stieglitz.Die sehenswerte Schau mit 157 Objekten von 30 Leihgebern ist noch bis Anfang Mai im Museum Barberini in Potsdam zu bewundern und von Oktober bis Januar im Von der Heidt - Museum in Wuppertal. Das sollte man sich nicht entgehen lassen!Karlheinz Schmiedel