Ich habe mir dieses Buch als Begleitung zu einer Vorlesung von Dr. Lumma angeschafft.Nun gibt es viele Bücher, die sich mit Liturgie, den Festen im Jahreskreis usw. beschäftigen. Dieses Buch bietet hier einen guten, soliden Überblick, seine wirkliche Stärke liegt aber in folgender Sache:Lumma thematisiert (sehr ausführlich und kurzweilig) eine Problematik, die kaum jemanden wirklich bewusst ist: die der unterschiedlichen Kalender.Benutzen die einen (viele orthodoxe Christen) noch den julianischen Kalender, benutzen die anderen (röm.-katholische Christen, evangelische Christen, Anglikaner) den gregorianischen Kalender. Das führt zur schmerzhaften Tatsache, dass die Christen weltweit ihre Feste nicht zugleich feiern.Dass es mit dem meletianischen (neu-julianischen) Kalender (verwendet von einigen wichtigen orthodoxen Kirchen) eine Kompromiss-Lösung (die Feste werden nach dem gregorianischen Kalender gefeiert, außer die sich ohnehin verschiebende Osterzeit, dessen Datum wird nach dem julianischen Kalender bestimmt) gibt , ist selbst unter Gelehrten fast völlig unbekannt.Leider ist die Kalender-Diskussion mittlerweile völlig eingeschlafen. Das Buch stemmt sich tapfer gegen dieses Vergessen. Für die Ökumene wäre es allemal Zeit, sich erstmal damit zu beschäftigen.