Queer Reading ist eine Methode die die Konstruktionen des Geschlechts und des Begehrens lesbar
macht. Eine queere Lektüre öffnet etwa den Blick dafür wie Heterosexualität' als postulierte
soziale Norm in Texten stetig untergraben wird und ermöglicht die Entdeckung homoerotischer
oder homosexueller Subtexte. Ziel ist allerdings nicht im Gegenzug andere Identitäten zur Norm
zu erklären oder Autor*innen und Figuren Prädikate wie homosexuell' oder transsexuell'
zuzuschreiben. Vielmehr legt Queer Reading ein anderes Begehren' offen das nicht den
Äußerungen der Figuren und unseren Erwartungen entspricht. Es erweitert so unseren Horizont und
bedeutet damit eine Bereicherung jeder literaturwissenschaftlichen Arbeit. Das Studienbuch
verdeutlicht anhand von Lektüren ganz unterschiedlicher Prosa wie ein Text queer gelesen
werden kann und will seine Leser*innen ermutigen sich Leitlinien zu erarbeiten mit denen sie
Texte selbst queer lesen können. Das Buch leistet neben der Methodendiskussion auch einen
Beitrag zur Erforschung kanonisierter Autor*innen und Werke aus neuer Perspektive.