Der Vertrauensverlust in das politische System das Erstarken populistischer Strömungen und das
Gefühl einer unlesbaren sozialen Welt sind Symptome einer 'malaise dans la démocratie' (P.
Rosanvallon) die Frankreichs Gesellschaft beschäftigt. Robert Lukenda untersucht die
Verbindungen zwischen politischen sozialwissenschaftlichen und literarischen
Repräsentationsdebatten und analysiert die Diskurse und Strategien narrativer
Wirklichkeitsdarstellung im heutigen ¿Zeitalter der Singularitäten¿. Neben Autorinnen und
Autoren wie Annie Ernaux Virginie Despentes Didier Eribon und Éric Vuillard betrachtet er
auch das kollektive Erzählprojekt 'Raconter la vie' das den 'wahren Roman der französischen
Gesellschaft von heute' verfassen möchte. So entsteht nicht nur ein umfassendes Bild einer
aktuellen ¿Poetik der Gesellschaftsdarstellung¿ sondern auch das facettenreiche Porträt einer
Literaturlandschaft in der sozialanalytische und -engagierte Schreibweisen eine symbiotische
Beziehung eingehen.