Bereits der umfangreiche Briefwechsel belegt die persönliche und intellektuelle Intensität der
Beziehung zwischen Carl Schmitt und Ernst Jünger. Während die biographischen Zusammenhänge
mittlerweile mehrfach durchleuchtet wurden bleiben Studien zum Werkvergleich rar gesät
obgleich beide Autoren verschiedentlich selbst Bezüge herstellen. Gemeinsam auf Verlorenem
Posten? leistet mit Interpretation und Vergleich der je für sich genommen einflussreichen
Schriften Der Waldgang von Jünger und Schmitts Theorie des Partisanen einen Beitrag zur
Schließung dieser Lücke. In der Analyse werden Jünger und Schmitt als Meister des verdeckenden
Schreibens herausgestellt die in Reaktion auf die historische bzw. geschichtliche Lage der
nihilistischen Herausforderung das unternehmen was sie nur zu betrachten vorgeben: den
Waldgang bzw. das partisanische Agieren als radikale einsame Opposition gegen das herrschende
System. Ungeachtet dieser parallelen Grundhaltung besteht zwischen Waldgänger und Partisan eine
latente Feindschaft: Hier der Rückkehrer zur Geschichte dort ihr Aufhalter - dieser der
erleuchtete Parteigänger der Freiheit jener der unwissende Diener der Offenbarung. Sie stehen
auf entgegengesetzten Verlorenem Posten.