Seit Orpheus um 1600 die Opernbühne betrat hat das Musiktheater mit Helden (und seltener:
Heldinnen) zu tun. Sie kämpfen triumphieren und sterben werden bewundert beweint und
belächelt. Und: sie singen. In der Mitte des 19. Jahrhunderts sind Opernhelden - in Gestalt von
¿Heldentenören¿ - präsenter denn je. Doch was ist das eigentlich ein Held? In der Oper ist er
immer beides: die Hauptfigur des Dramas und der Sänger im Kostüm. Als Projektionsfläche
kollektiver Vorstellungen durch geschickte Inszenierungen aber auch durch ihre Stimme
affizieren Opernhelden das Publikum. Damit erfüllen sie einen wichtigen Zweck: In ihrer Person
werden wichtige soziale politische und ästhetische Fragen verhandelt. Diese Studie untersucht
Heldeninszenierungen anhand von drei Opern aus der Zeit um 1850 Giacomo Meyerbeers Le Prophète
Richard Wagners Lohengrin und Giuseppe Verdis La battaglia di Legnano und stellt erstmals
systematisch das Verhältnis der Oper zum Heroischen dar. Doch warum rühren und begeistern
diese Figuren ihr Publikum? Warum führen Kritiker über sie regelrechte Rezensionsschlachten?
Warum ist es gerade ihr Heldenbild das Meyerbeer und Wagner so entzweit? Liegt es am Opfertod
des Helden dass Verdis Nationaloper La battaglia di Legnano nicht mehr gespielt wird? Und
welche Rolle spielt eigentlich die Stimme des Helden die uns bis heute affiziert?