Seit der späten Neuzeit stellen die Alpen einen Anziehungspunkt für Erholungsuchende und
sportliche Extremleistungen dar. Sie gelten als verklärter Ort des einfachen und harten Lebens
der physischen Herausforderung aber auch als Sinnbild für das Unberührte Überwältigende und
Ursprüngliche. Mit der touristischen Erschließung der Alpen etablierten sich diese mitsamt
ihrer vielfältigen Zuschreibungen auch als Schauplatz auf Musiktheaterbühnen und in Musikfilmen
wobei ihnen aufgrund von fremd anmutenden Traditionen und sprachlichmusikalischer Idiome oft
auch etwas Exotisches anhaftete. Der vorliegende Sammelband behandelt diese Verarbeitung des
Alpentopos aus zwei Perspektiven: Zum einen werden (weniger bekannte) Bühnenwerke wie Operetten
und Musicals hinsichtlich alpiner Lebens- und Erfahrungswelten analysiert. Zum anderen richtet
sich der Blick auf Themen und Inszenierungsformen von (Musik-)Filmen in denen das Alpine in
bildklangliche Narrationen eingeflochten wurde oder der alpine Raum den Handlungsort darstellt.
Dabei werden auch transmediale Prozesse zwischen Textvorlage Bühnenwerk und Film
berücksichtigt. Abgerundet wird diese Auseinandersetzung durch Einblicke in Praxiserfahrungen
von Ausbildungsund Spielstätten die sich im (vor-)alpinen Raum befinden.