Eine Untersuchung die für das Erinnern an queere jüdische Opfer während des Holocausts und für
ein Ende der Stigmatisierung eintritt. Queere Geschichte des Holocaust also die Frage nach
gleichgeschlechtlichem Verlangen unter den Holocaustopfern ist bis in die heutigen Tage eine
Leerstelle geblieben. Dies liegt an einer weitreichenden Homophobie der Häftlingsgesellschaft
in KZs und Ghettos was dazu führte dass die Stimmen dieser Menschen weitgehend aus den
Archiven getilgt sind. Anna Hájkovás Text baut auf bestehender Forschung zu Homophobie auf und
macht den Versuch die Geschichte dieser ausradierten Menschen zu schreiben. Die Untersuchung
ist dabei gleichzeitig eine Geschichte der Sexualität des Holocaust und nimmt in Augenschein
dass die Beziehungen im Lager mitunter ausbeuterisch und gewaltsam waren wobei die Übergänge
fließend waren. Hájková setzt sich mit einigen besonderen Fällen von Jugendlichen (unter
anderem Anne Frank) und Erwachsenen auseinander es geht um romantische erzwungene und
abhängige Beziehungen um romantische Sexualität und sexuellen Tauschhandel. Sie zeigt die
Gleichzeitigkeit von queerer und Hetero-Sexualität und argumentiert dass wir von einem
ausschließlichen Konzept der sexueller Identität Abschied nehmen und von Akten und Praktiken
sprechen müssen um das Verhalten der Opfer verstehen zu können.