Über 'Kommunismustouren' in Warschau Prag und Bratislava und die Inszenierung von Geschichte
im Zeitalter des Massentourismus. Geschichte wird zunehmend als Erlebnis konsumiert. Für den
Geschichtstourismus gilt dies in besonderem Maße. Was passiert konkret wenn lokale
Vergangenheit an ein internationales Publikum verkauft wird? Sabine Stach geht dieser Frage
anhand eines zentralen touristischen Formats - der Stadtführung - nach. Am Beispiel der immer
beliebteren 'communism tours' untersucht sie wie das Erbe des Kalten Kriegs in Warschau Prag
und Bratislava für Tourist:innen gedeutet und als authentisches Erlebnis inszeniert wird. Mit
ethnographischem Blick nähert sich die Autorin dem Zusammenspiel von Reisenden Guides und
Stadtraum und zeigt wie die jüngere Geschichte der verschiedenen Orte durch Interaktionen und
performative Elemente 'begehbar' wird. Indem die Arbeit Perspektiven der Memory und Heritage
Studies mit Ansätzen der Tourismusforschung kombiniert beleuchtet sie das komplexe Verhältnis
zwischen lokalem Wissen transkulturellen Erinnerungen touristischen Bedürfnissen und
ökonomischen Logiken. Die Kommunismustouren die den Staatssozialismus teils humorvoll teils
kritisch inszenieren offenbaren damit viel mehr als oberflächliche Unterhaltung: Sie erhellen
die Dynamik mit der Geschichte im Zeitalter des Massentourismus kommuniziert und konsumiert
wird.