Fünfzehn NS-Zwangslager gab es in der Region Emsland Grafschaft Bentheim. Welche Lebens- und
Arbeitsbedingungen herrschten für die sowjetischen Kriegsgefangenen in diesen Lagern von
1941¿-¿1945? Fünfzehn Konzentrations- Straf- und Kriegsgefangenenlager unterhielt der
NS-Staat im Emsland und der Grafschaft Bentheim zwischen 1933 und 1945. Als Haftstätten mit
wechselnden sich zeitlich überschneidenden Funktionen existierten neben den frühen
Konzentrationslagern und den Strafvollzugslagern unter Aufsicht der Justizverwaltung ab 1939
auch neun Kriegsgefangenenlager des Oberkommandos der Wehrmacht (OKW). Deren wechselhafte
Geschichte war bislang in vielen Bereichen nur unzureichend erforscht und dokumentiert.
Gegenstand der nun vorliegenden Publikation ist die Lebens- und Arbeitsbedingungen
insbesondere der sowjetischen Kriegsgefangenen in den Lagern des Emslandes und der Grafschaft
Bentheim von 1941 bis 1945 zu rekonstruieren und - ausgehend von den regionalgeschichtlichen
Befunden mit einem biografischen Ansatz - in den Gesamtkontext des Kriegsgefangenenwesens der
Wehrmacht und des Arbeitseinsatzes im Wehrkreis VI Münster einzuordnen. Damit füllt die Studie
eine Lücke der Geschichtsschreibung denn bisher sind weder Struktur und Organisation
schlüssig rekonstruiert worden noch ist eine Einordnung in den Gesamtzusammenhang von
Vernichtungskrieg Kriegsgefangenenwesen und Kriegswirtschaft für das Untersuchungsgebiet
Emsland¿ ¿Bentheim mit seiner hohen Dichte an entsprechenden Lagern erfolgt.