Wie stößt das poetische Wort auf Welt? Auf welche? Und wo? Und wann? Einmal im Jahr im
Spätsommer nahe einer Wiese von Streuobst zwischen Äpfeln und Reben. Zahlreich sind die
Schriftstellerinnen und Schriftsteller die im Laufe der Jahrzehnte Gast der Literaturtage Lana
waren und den Ort zu einem Stelldichein literarischer Stimmen machten. Sie trugen die Fragen
zusammen die sie im Gedicht und in jeder anderen verdichteten Form des Sprechens an die Welt
stellen und in der Begegnung der gemeinsamen Erkundung aussetzen. Von Anfang an wird hier auf
das genaue Hinhören der Sprache gesetzt auf ein Denken der Worte und Wörter das die
Wirklichkeit immer ein bisschen fremdelnd wenn nötig störrisch und im Zweifel fragend bemisst.
Wenn diese Wirklichkeit kippt weil ihr Sinn löchrig oder irre wird hält die Dichtung an der
Kraft von Schönheit fest. Sie schlägt nicht kaputt und tobt nicht wie die Wut am Demolieren und
Demontieren. Sie arbeitet daran Vergangenes im Gegenwärtigen zu bewahren und an das Vergessene
und Verkannte zu erinnern das in jeder Zeit lagert jede durchkreuzt und zur Sprache kommen
will. Lana stellt die Möglichkeiten des Gesprächs dafür her. Der Almanach zum 40. Jubiläum der
Literaturtage Lana versammelt Beiträge von Herta Müller Swetlana Alexijewitsch Marcel Beyer
Tomas Venclova Valzhyna Mort Maria Stepanova Nikola Madzirov John Burnside Oswald Egger
Ulf Stolterfoht Michael Krüger u. v. a.