Mit seiner innovativen Farbgebung effektvollen Lichtführung und seinem neuartigen Bildaufbau
wurde Tiziano Vecellio (um 1490-1576) gemeinhin bekannt unter dem Namen Tizian zur
Galionsfigur der venezianischen Malerei des 16. Jahrhunderts. Schon zu Lebzeiten ein
bewunderter überaus erfolgreicher Malerfürst zu dessen Auftraggebern auch Kaiser Karl V. und
Philipp II. von Spanien gehörten hinterließ er ein erstaunlich breit gefächertes OEuvre in
dem sich neben Altar- und Landschaftsbildern religiösen und mythologischen Darstellungen auch
Porträts von großer psychologischer Tiefenschärfe finden. Seine Werke zählen zu den
bedeutendsten Zeugnissen der Renaissancekunst. Allein die Rezeptionsgeschichte seiner berühmten
Aktdarstellung der "Venus von Urbino" an der sich zahllose kunsttheoretische
genderspezifische und philosophische Diskurse entzündet haben füllt Bibliotheken. Dieser reich
illustrierte Einstieg in sein Werk dokumentiert Tizians außerordentlich lange sieben
Jahrzehnte umfassende Karriere von dem noch von Giorgione beeinflussten Frühwerk bis zur schon
fast expressionistischen Anmutung seiner letzten Schaffensphase und zeigt den immensen Einfluss
auf den sein vielschichtiges Werk auf nachfolgende Künstlergenerationen nehmen sollte von
Velázquez über van Dyck bis Manet.