Als M.C. Gaines seinem 25jährigen Sohn Bill Gaines den Verlag EC Comics vermachte konnte
niemand ahnen welchen Einfluss dieser haben würde - nicht nur auf Comics sondern auf die
globale Popkultur im Allgemeinen. Inspiriert von den Pulp-Science-Fiction-Geschichten und der
schrägen Fantasy-Literatur ihrer Jugend entwarfen Bill Gaines und der Künstler Al Feldstein die
ersten Ausgaben dessen was später das erste echte Science-Fiction-Magazin in Fortsetzungen
werden sollte. Sie entwickelten Geschichten Kreaturen und Welten die es in dieser Form noch
nie gegeben hatte. Ganz anders als die simplen Weltraumabenteuer von Flash Gordon und Buck
Rogers fanden die anspruchsvolleren moralisch ambivalenten und oft beklemmenden Geschichten
von Weird Science großen Anklang bei den Lesern die im Atomzeitalter aufwuchsen. Die nukleare
Bedrohung die verheerenden Auswirkungen einer von ethischen Grundsätzen losgelösten
Wissenschaft und die schleichende Übermacht der Weltregierungen im Kalten Krieg hatten begonnen
Leben und Alltag der Amerikaner zu überschatten. Die erste Ausgabe von Weird Science erschien
im Frühjahr 1950 an den Zeitungsständen. Die darauffolgenden zweimonatlichen Veröffentlichungen
entführten die Leser in ein sich ständig wandelndes Kaleidoskop von "Scientific SuspenStories"
mit Mars-Invasionen mörderischen Androiden gescheiterten Zeitreisen Planeten die
ausschließlich von Frauen bewohnt werden und vielem mehr. Unterstützt von einer wachsenden
Gruppe späterer Comic-Legenden wie Harvey Kurtzman Wally Wood und Joe Orlando prägte Weird
Science die kollektive Vorstellungswelt einer ganzen Generation. Gaines und Feldstein wagten
sich an Themen heran die in Fortsetzungscomics selten behandelt wurden. Visionäre Künstler wie
Wood definierten die ästhetische und gesellschaftliche Wirkung des Genres indem sie
futuristische Perspektiven und unmögliche Technologien so detailliert darstellten als würden
sie diese nicht nur erfinden sondern tatsächlich in die Zukunft blicken. Band 1 versammelt
die ersten elf Ausgaben von Weird Science und gibt die vollständigen Comics in ihrer
ursprünglichen Brillanz wieder. Anstatt die Kunstwerke neu zu kolorieren wurden für dieses
Buch hochauflösende Fotografien jeder einzelnen Seite verwendet so wie sie vor mehr als einem
halben Jahrhundert gedruckt wurde. Um Probleme mit dem billigen unvollkommenen Druck der
damaligen Zeit zu korrigieren wurden modernste Retuschetechniken eingesetzt. Das Ergebnis ist
ein makelloses Produkt das den Charakter und das Gefühl der klassischen Pulp-Comic-Magazine
bewahrt aber frisch auf einer Weltklasse-Druckmaschine gedruckt wurde ohne die
wirtschaftlichen oder zeitlichen Einschränkungen der Vergangenheit. Ein einleitender Essay des
EC-Experten Grant Geissman erläutert den historischen kulturellen und künstlerischen Kontext
der Geschichten und ihrer Schöpfer. Diese Sammlung ist ein Muss für Fans des Unheimlichen
Seltsamen und Fantastischen.