Mit der Kölner »Nacht die alles veränderte« ist einiges in Bewegung geraten. Vielleicht sind
Bewegungen auch nur sichtbarer geworden. Feministische Anliegen finden zwar verstärkt Gehör
doch dies ist eng verwoben mit neuen Rassismen und der Kulturalisierung sozialer
Ungleichheiten. Eine der hier auffälligsten Paradoxien ist die Mobilisierung von Gender
Sexualität und einer Vorstellung von Frauenemanzipation durch nationalistische und
fremdenfeindliche Parteien sowie durch konservative Regierungen zur Rechtfertigung
rassistischer bzw. islamfeindlicher Ausgrenzungspolitiken. Wollen wir dagegen verstehen wie
unsere gesamte Lebensweise in Kategorien der Über- und Unterordnung gefasst ist und wie diese
feinen Unterschiede Handeln Einstellungen und Gefühle aller bestimmen dann gilt es Sexismus
Rassismus und Heteronormativität nicht als voneinander unabhängige soziale Teilungsverhältnisse
zu untersuchen. Die Analyse komplexer Wirklichkeiten erfordert ein Nachdenken das die
wechselseitige Bedingtheit verschiedener Differenzen in den Blick nimmt.