Welche Bedeutung haben Wunderkammern heute? Und wie können sie zum Verständnis der Gegenwart
beitragen? In zeitgenössischer künstlerischer Praxis wird für die Beschreibung des Anthropozäns
heute ein kulturelles Wissen aktualisiert das sich bereits in Wunderkammern des 16. und 17.
Jahrhunderts materialisiert. Nina-Marie Schüchter analysiert die auf historische Wunderkammern
rekurrierenden Praktiken des Sammelns Ordnens und Zeigens in der Gegenwartskunst und etabliert
für die sich daraus ableitende künstlerische Praxis den Neologismus 'wunderkammern'. Damit
macht sie künstlerisches Wissen zur kritischen Reflexion der Gegenwart modellhaft sowie
konzeptuell nachvollziehbar und leistet einen Beitrag zur visuellen Aufklärung unserer Zeit.