Im Februar 1796 äußert Friedrich Hölderlin den Wunsch 'Neue Briefe über die ästhetische
Erziehung des Menschen' zu schreiben. Auch wenn er diesen Überbietungsversuch gegenüber
Schiller nicht realisiert entfaltet Hölderlin in seinen Schriften zwischen 1796 und 1800 einen
übergeordneten Verweisungszusammenhang auf dessen Grundlage er philosophische poetologische
und religiöse Themen verhandelt. Dreh- und Angelpunkt dieses Systems ist sein Verständnis des
tragisch Schönen welches er in Auseinandersetzung mit Schillers Schönheitskonzeption und
Spinozas Substanzbegriff gewinnt. Darius Duhr zeigt dass Hölderlin 'Schönheit' um 1800 nicht
mehr als höchste Idee sondern als das vermittelnde Moment versteht das in der Poesie des
Tragischen zur Wahrheit führt.