Autoritäre Fixierung ist für rechtsextreme Einstellungen und rassistische Gewalt zweifellos
konstitutiv. Allerdings bezieht sich die Forschung heute kaum noch auf die Psychoanalyse
obwohl es den Autoren der ersten kritischen Studie zu »Autorität und Familie« als ausgemacht
galt dass ohne die »moderne Tiefenpsychologie« die Wirkung der Gesellschaft auf die in ihr
lebenden Subjekte nicht begriffen werden könne. Wenn Autoritarismus ohne diese Tiefendimension
gedacht wird wie es seit etlichen Jahren geschieht gerät auch die Tiefenwirkung der
Gesellschaft auf die Subjekte aus dem Blick. Das Phänomen des heutigen Populismus zeigt dass
es noch immer autoritäre Führer gibt auch wenn sich die Bedingungen geändert haben. Wie aber
entsteht der autoritäre Charakter heute? Gedeiht er womöglich gerade unter
permissiv-neoliberalen Bedingungen? Gehört zu ihm die Wiederkehr vorbürgerlicher
Stammeskulturen auf Hightech-Niveau? Wie ist eine demokratische Gesellschaft zu verstehen die
jene autoritäre Dynamik durch die sie bedroht wird immer wieder selbst hervorbringt? Diese
Fragen beleuchten die AutorInnen mithilfe der Kritischen Theorie und mit psychoanalytischem
Instrumentarium. Mit Beiträgen von Wolfgang Bock Micha Böhme Johannes Buchholz Matthias
Burchardt Mahrokh Charlier Helmut Dahmer Oliver Decker Lutz Eichler Angelika
Ebrecht-Laermann Steffen Elsner Philipp Lenhard Jérôme Seeburger und Christoph Türcke