Wo die Glocken läuten die Kirmes nie endet und der Duft von Bohnenkaffee selbst die Geister
der Vergangenheit nicht ruhen lässt – Apollonias Geschichte ist ein Westerwaldlied aus Trotz
Sehnsucht und dörfischer Magie. Scholmerbach: Ein Dorf in dem die Zeit nicht vergeht sondern
sich in den Wurzeln der Bäume und den Stimmen der Toten festsetzt. Hier sucht Marie zwischen
Grabsteinen Ranunkeln und alten Familiengeschichten nach dem Kern ihrer Herkunft – und nach
sich selbst. Ihre Großmutter Apollonia stur scharfzüngig und lebensklug hat nie verziehen:
weder dem Großvater noch Gott noch dem Leben selbst. Doch das Dorf pulsiert weiter – zwischen
Kirmesrausch Dorfklatsch wilden Nächten und dem ewigen Duft nach Blutwurst und Kohleofen. Mit
Humor Biss und einer Prise Melancholie erzählt Annegret Held von den Frauen des Westerwalds
von Kirmesjugend und Soldatenliebe von Nachkriegsdeutschland und Dorfgeheimnissen die sich
wie der Rauch aus dem Kohleofen in jede Ritze legen. Die Sprache ist direkt voller Herz und
schräger Bilder – eine Einladung sich zwischen den Hollen Hexenhäuschen und Dorffesten zu
verlieren. Wer Generationenromane wie „Armut ist ein brennend Hemd" liebt findet hier ein
Stück deutscher Zeitgeschichte das so eigenwillig wild und zärtlich ist wie Apollonia selbst.
Ein Heimatroman der nachklingt wie das Lied von der Sommernooscht und Bloiteduft – rau
ehrlich unvergesslich.