In Bücher vieler Autorinnen und Autoren legt Cornelius Hell seine Lesezeichen und
reflektiert Sätze die ihn nicht loslassen. Von ihnen aus macht er sichtbar was für ihn die
Grundkoordinaten eines Werkes und die Kernpunkte der Biografie einer Schriftstellerin oder
eines Schriftstellers sind. Er beginnt bei den Romantikern Wilhelm Heinrich Wackenroder und
Ludwig Tieck stellt Denker wie Gustav Landauer oder Max Horkheimer vor und lässt die
Dichterinnen Else Lasker-Schüler und Rose Ausländer oder Poeten wie Theodor Kramer Paul Celan
und Kurt Marti zu Wort kommen. Internationale Autoren wie Alexander Solschenizyn José Saramago
oder Gilbert Keith Chesterton sind ebenso vertreten wie die deutschen Schriftsteller Wolfgang
Borchert und Carl Amery. Und natürlich gibt es viele Lesezeichen in der österreichischen
Literatur - Essays über Hugo von Hofmannsthal Ilse Aichinger Friederike Mayröcker Ernst
Jandl und Elfriede Gerstl. Immer sind es persönliche Zugänge die ein Werk ein Gedicht oder
die Sätze einer Prosa zum Leuchten bringen und ihre Relevanz sichtbar machen.Im zweiten Teil
des Buches reflektiert der Autor Lebenszeiten im Licht der Literatur angefangen von den
Jahreszeiten und zentralen Festen wie Weihnachten Neujahr und Ostern über Erfahrungen mit der
Schule oder beim Spielen der Orgel bis hin zu Begegnungen mit Tieren oder einer Reise nach
Moldawien. Auch Tagebücher kommen in den Blick - als immer wieder neue Versuche die
Lebenszeiten festzuhalten. Die Essays die für die Ö1-Sendereihe Gedanken für den Tag
entstanden bilden kurze Liebeserklärungen an das Lesen und die poetischen Momente des Lebens.
Am Ende steht der persönliche Weg in die Literatur: die ersten Lektüre-Erfahrungen und das
lebenslange Warten auf neue Texte nach denen nichts mehr so ist wie davor. Lesen und Leben in
immer neuen Variationen.