Nils Wiesner erfüllte sich mit fast fünfzig Jahren seinen langgehegten Wunsch den
Kilimandscharo Afrikas höchsten Gipfel zu besteigen. Der Kilimandscharo ist ein Berg für den
man zwar nicht zwingend Klettererfahrung benötigt doch eine gute Kondition und ein gesunder
Respekt vor dem Berg sind unverzichtbar. Nils Wiesner schildert seine Erfahrungen von Anbeginn
an. Er lässt den Leser an der Planung und Vorbereitung der Reise teilhaben und nimmt ihn
schließlich mit nach Afrika. Die Reise nach Tansania entlang des Great Rift Valley wird genauso
minutiös erzählt wie die Erlebnisse und Erfahrungen den Berg hinauf und quer durch alle
Vegetationszonen der Erde. Die Reise führt entlang der Marangu-Route die die meisten
Gipfelaspiranten für den Aufstieg nutzen eine Route auf der man relativ bequem von Hütte zu
Hütte unterwegs ist. Fauna und Flora erfahren dabei genauso sehr Beachtung wie die
Befindlichkeiten mit denen man auf so einer Wanderung zu tun hat. Die Ungewissheit den Gipfel
zu erreichen die Zweifel in die eigene Kondition die Wahrscheinlichkeit auf welche Art auch
immer mit der Höhenkrankheit konfrontiert zu werden und der unerschütterliche Wunsch den
Gipfel zu erreichen. Aber auch der Rückweg ist nicht einfach nur ein entgegengesetztes
Abschreiten des Weges sondern er hält vollkommen eigene Erkenntnisse bereit. Da sich der Autor
entschlossen hatte die Trekkingtour um einen Wellnessaufenthalt auf Sansibar zu verlängern
setzt sich auch der Reisebericht mit den Erlebnissen auf dieser Gewürzinsel im Indischen Ozean
fort. Mit einem Mal tun sich vollkommen andere Welten auf: das Habitat der Sonnenanbeter und
Müßiggänger das längst untergegangene Sultanat das immer noch an die Märchen aus
Tausendundeiner Nacht erinnert die filigrane Steinerne Stadt die einerseits die Touristen
anlockt und andererseits an der Verpflichtung zu tragen hat UNESCO-Weltkulturerbe zu sein. Und
genauso minutiös wie der Leser den Autor auf die Reise nach Afrika begleiten durfte ist er
Zaungast bei der Rückkehr nach Europa nach Deutschland nach Merseburg ins Zuhause von Nils
Wiesner.