Der Sammelband präsentiert neue Forschungsergebnisse über die Häftlingsgesellschaft des
zentralen sowjetischen Untersuchungsgefängnisses der militärischen Spionageabwehr in der
Potsdamer Leistikowstraße. Auf der Grundlage neuer Quellen diskutieren die Autorinnen und
Autoren in ihren Beiträgen die Fragen: War das Gefängnis ein Ort der Vollstreckung des
kommunistischen Terrors oder vielmehr ein Element der sowjetischen Sicherheitspolitik? In
welchem Verhältnis standen Ende der 1940er- bis Anfang der 1950er-Jahre die
Sicherheitsbedürfnisse der sowjetischen Besatzungsmacht und die von ihr betriebene brutale
Durchsetzung der kommunistischen Herrschaft? Kann Spionage eine Form von Widerstand sein? Die
Auskundschaftung der in der SBZ DDR stationierten sowjetischen Truppenverbände durch
westalliierte Geheimdienste sowie Organisationen wird aus einer Perspektive heraus erforscht
die das Phänomen Spionage im Kalten Krieg als Teil einer Sozial- und Alltagsgeschichte "von
unten" erkennbar macht.