Im Jahr 1459 setzen die Söder von Bad Nauheim eine "Södermeisterordnung" auf - ein
Verhaltenskodex für sich und ihre Mitarbeiter. Erkennbar ist der Wunsch mit der vereinbarten
Ordnung einen fairen und respektvollen Umgang untereinander zu gewährleisten. Stellenweise
erinnert die Söderordnung an einen Bußgeldkatalog in dem festgelegt ist welche Strafe für
bestimmte Vergehen zu zahlen ist oft zu begleichen in Wein oder Wachs damals gängigen
Vermögenswerten - wie das Salz das sie gewonnen haben. Historisch gesehen ist es ein
beeindruckendes Dokument von Selbstbestimmtheit und gesellschaftlicher Haltung - insofern für
uns Heutige es ein Vorbild - aber durch den geschichtlichen Abstand auch ein höchst
unterhaltsamer Text. Das Original zu 'Des Sodmeisters und des Salzhandwerks zu Nauheim
errichtete Satzung wegen Verbesserung ihres Salzwassers allda' ist zu finden im Hessischen
Staatsarchivs Darmstadt unter der Signatur HStAD A3 20 24 Herausgeber Übersetzer und Verlag
bedanken sich herzlich für die Möglichkeit das Dokument auf dem Umschlag wiederzugeben. Die
Abbildung auf unserer Seite 5 nutzt das Gemälde "Gothaer Liebespaar" Herzogliches Museum
Gotha: Als dargestellte Personen werden Graf Philipp I. von Hanau-Münzenberg (1449-1500) und
Margarete Weißkircher angenommen. Wilhelm Lindenstruth wurde geboren 1885 in Buseck (Hessen).
Wilhelm Lindenstruth studierte Geschichte deutsche englische und französische
Sprachwissenschaften und Pädagogik. Von 1912 bis 1913 war Lindenstruth Lehrer am
Ernst-Ludwig-Gymnasium in Bad Nauheim. Zu seinen zahlreichen Veröffentlichungen gehört die
Transkription der Ordnung für die Sodermeister zu Nauheim von 1459.