Der gesamte Bereich des Islamic Finance gewinnt weltweit an Bedeutung nicht nur an Standorten
wie Kuala Lumpur Bahrain und Dubai wird erfolgreich an der Umsetzung islamischer Vorgaben im
Zusammenhang mit Finanzprodukten gearbeitet Großbritannien und Luxemburg gelten mittlerweile
ebenfalls als etablierte Zentren für das islamkonforme Finanzgeschäft. Auch In Deutschland wird
diesem Segment des Finanzmarktes wachsende Aufmerksamkeit zuteil. Die Vereinbarkeit jener
Strukturen die im Islamic Finance zu beachten sind mit den in Deutschland herrschenden
rechtlichen Vorgaben etwa dem KWG sowie die Erschließung des Retailmarktes sind dabei die
wichtigsten Fragen die es zu beantworten gilt. Ein zunehmend im internationalen Fokus
stehendes Produkt stellt die islamkonforme Versicherung arabisch takÁful dar. In diesem
Versicherungsmodell werden nicht nur die klassischen Elemente des islamkonformen
Finanzgeschäfts berücksichtigt Zins- Risiko- und Spekulationsverbot sowie das Verbot der
Investition in harÁm-Branchen auch der Gedanke der gegenseitigen Hilfeleistung der
Versicherungsnehmer untereinander erhält besondere Betonung. Dieser Aspekt ist in Form der
Versicherung auf Gegenseitigkeit auch auf konventionellen Versicherungsmärkten bekannt. Während
an anderen europäischen Standorten seitens der Aufsichtsbehörden der Gesetzgebung und der
Anbieter bereits erste erfolgreiche Schritte im diesem Segment unternommen wurden ist die
Vereinbarkeit des takÁful-Modells mit den rechtlichen Rahmenbedingungen innerhalb derer sich
das Versicherungsgeschäft in Deutschland bewegen darf bisher kaum erörtert worden. An diesem
Punkt setzt das vorliegende Buch an. Was sind die Merkmale des takÁful-Prinzips? Wie kann etwa
das Risikoverbot in einem Versicherungsvertrag eingehalten werden? Neben der Beantwortung
dieser grundlegenden Fragen wird insbesondere die Vereinbarkeit dieses Prinzips mit dem VAG und
dem VVG erörtert. Zudem werden anhand des Beispiels der Lebensversicherung Möglichkeiten der
Rechtsform der Prämienkalkulation und -investition sowie der Bezugsberechtigung eingehend und
praxisbezogen dargelegt.