Erfahrungen mit der massenhaften Ermordung von Menschen hatten fast alle der ca. 120 Deutschen
und Österreicher die zwischen Ende 1941 und Ende 1943 im Rahmen der »Aktion Reinhardt« in den
drei Vernichtungslagern Belzec Sobibor und Treblinka eingesetzt wurden. Ihre Kenntnisse hatten
sie zuvor in den »Euthanasie«-Einrichtungen und der Berliner T4-Zentrale erworben die sie nun
nutzten um die Lager und Gaskammern zu entwerfen. Sie fungierten als Aufseher koordinierten
die Wachmannschaften und etliche beschränkten sich nicht auf das Morden auf Befehl sondern
misshandelten und töteten aus reiner Willkür. Mit der systematischen Ermordung der europäischen
Juden im Rahmen der »Aktion Reinhardt« wurden die Männer der T4 endgültig zu Experten der
Vernichtung. Sara Berger stellt eindrucksvoll das enge Geflecht der Beziehungen dar analysiert
Gehorsamsbereitschaft und Gruppendruck Handlungsspielräume strukturelle Gegebenheiten und
situative Dynamiken ein erschütternder Blick auf die Handlungsmotive und die Effizienz sowohl
der Einzeltäter als auch des Täterkollektivs ebenso wie auf deren Intention und Verantwortung
bei diesem Genozid.