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Fachbuch Screening
05.05.2024
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Mit Hilfe des Koordinations-Anforderungs-Reglers (KAR) sollen Lehrer und Trainer zu den typischen und dominanten Handlungen einer Sportart entsprechende koordinative Anforderungsprofile erstellen, was letztlich durch die Bestimmung der Informationsanforderungen (optisch, akustisch, taktil, kinästhetisch, vestibulär), der Druckbedingungen (Situations-, Komplexitäts, Zeit-, Präzisions- und Belastungsdruck) und der Gleichgewichtsanforderungen geschieht. Alle kennzeichnenden Anforderungen und Bedingungen können - je nach Sportart und Situation - weitergehend in differenzierte Kategorien aufgeteilt werden (z.B. lässt sich der Belastungsdruck in psychische und physische Beanspruchung unterscheiden), so dass letztlich jede Bewegungsaufgabe mit diesem Instrument verschlüsselt und modellhaft wiedergegeben werden kann. Von dieser Grundeinstellung ausgehend sollen dann in der Praxis spezielle koordinative Trainingsformen geplant werden. Dies geschieht durch das Verschieben einzelner Regler. In methodischer Hinsicht sieht das Koordinationstraining schließlich so aus, dass sicher beherrschte Bewegungsfertigkeiten bzw. sportliche Techniken durch die systematische Variation bzw. Erschwerung in den Informationsanforderungen (sensorische Vielfalt) und in den Druckbedingungen zu ungewohnten, anspruchsvollen Bewegungsaufgaben erweitert werden.Der von Neumaier propagierte KAR ist hinsichtlich seiner Umsetzung in der Praxis mindestens ebenso kompliziert wie er vom Autor in seinem Theoriebuch sorgfältig und differenziert hergeleitet und begründet wurde. Aus diesem Grund haben Neumaier, Mechling und Strauß ein zweites Buch zur Thematik vorgelegt, in dem sie exemplarisch zeigen, wie man die KAR-Theorie" in der Praxis des Koordinationstrainings umsetzt. Dabei setzen sie die Analyse des KAR um, zeigen Variationsprinzipien auf und geben Trainingsbeispiele zu den Sportarten Leichtathletik, Fußball, Judo, Skilauf und Rudern. Dabei wird zunächst die Anforderungsstruktur der jeweiligen Disziplin festgehalten. So haben die Autoren beispielsweise in einem ersten Schritt die zentralen Bewegungsmerkmale zum leichtathletischen Flopsprung (Bogenförmiger Anlauf, Impulsschritt, schnellkräftiger Absprung, Flugphase, Landung) herausgestellt. Anschließend wir erläutert, an welchem Leistungsniveau sich die Vorschläge des Flopbezogenen Koordinationstrainings orientieren, bevor dann zum Abschluss auf mehreren Seiten sehr detailliert aufgezeigt wird, welche Verschiebungen auf der KAR-Grundeinstellung zu welchen Praxisaufgaben führen. So folgt beispielsweise aus der Veränderung der optischen Informationsanforderungen die Praxiskonsequenz, Hochsprung bei veränderten Lichtverhältnissen zu üben bzw. das Gesichtsfeld beim Springen einzuschränken (Sonnenbrille; Augenklappen o.ä.). Die Vielzahl der auf diesem Weg erläuterten und begründeten Bewegungsvariationen ist sehr beeindruckend, so dass abschließend erwartet werden darf, dass der Leser nach der Lektüre dieses Bandes viele Berührungsängste zu diesem neuen Modell verlieren wird