Der Kriminalbiologie, Autor, Politiker, Schauspieler, Hörbuchsprecher, Vorsitzender der Transsilvanischen Dracula-Gesellschaft und grundsätzlich sehr umtriebige Dr. Mark Benecke hat ein kleines Büchlein verfasst, dass uns einige hoch interessante Informationen aus der großen, weiten Tierwelt verrät. Informationen, die sich abseits von bekannten Tatsachen bewegen und die nicht jede*r Hunde-, Katzen-, oder sonstige*r Tierbesitzer*in kennen wird. Er erzählt uns zum Beispiel von spannenden Mischlingen wie Wolfspudeln, von beschämten Hunden, nekrophilen Enten, Storchen, die hundert von Flugkilometern mit einem Pfeil im Körper hinter sich gebracht haben, von betrunkenen Elchen, von Haustieren, die ihre Besitzer*inne angeknabbert oder gar verspeist haben und von solidarischen Staren. Nebenbei erfahren wir, dass es einen Käse gibt, der erst nach dem Befall von Maden für einige Feinschmecker seinen Reifegrad erreicht hat, wo manch anderer behaupten mag, dass man Lebensmittel spätestens dann entsorgen sollte. Des Weiteren erzählt er, in einem völlig zurecht erbosten Ton, von unterschiedlichen homosexuellen Tierpaaren, die vom jeweiligen Zoo getrennt wurden, da Nachkommen gezeugt werden sollten. Dies soll nur ein kleiner Abriss aus einem Buch sein, das wirklich auf keiner Seite Langeweile aufkommen lässt. Bunte Geschichten in einem gut konsumierbaren Plauderton erzählt, wie man es von Mark Benecke kennt. Wer sonst zitiert schon Tiere aus Entenhausen?Dies ist aber noch lange nicht der einzige Grund sich dieses kleine Machwerk aus der Reihe der „Illustrierten Lieblingsbücher“ zuzulegen. Wie immer hat die Künstlerin Kat Menschik ganze Arbeit geleistet und die inhaltlich interessanten Geschichten durch ihre Illustration auch zu einem optischen Vergnügen gemacht. Wie man an den Beispielbildern sehen kann ist der Grundtenor schwarz, welch Wunder bei dem Autor. Umschlag schwarz mit haptisch fassbaren und im Gegensatz dazu sehr bunten Illustrationen. Ebenso schwarz ist der Schnitt des Buches und auch jedes Bild (jedes Kapitel enthält ein passendes Bild über eine Seite) hat einen schwarzen Hintergrund, zudem ist der Text auf allen Seiten von einem schwarzen Kasten umrahmt, was etwas Ordnendes hat. Die Illustrationen sind wieder umwerfend passend und runden das kleine vorliegende Meisterwerk gebührend ab. Die Schriftart, ich kann sie nicht benennen, ist ebenfalls ausgefallener, als zumindest ich es aus anderen Büchern kenne. Und ich lese nicht gerade wenig. Insgesamt, ich zitiere: „..das schönste, schillerndste und überraschendste Tierbuch aller Zeiten“ (vgl. S. 158). Ich spreche eine uneingeschränkte Empfehlung aus und verbeuge mein Haupt in Demut.
‚Kat Menschik sitzt gerne vor dem Radio und hört sich die Benecke‘schen Tierbetrachtungen an, in denen neueste Forschung und altes Wissen zusammenfließen. Kein Wunder, dass sie sich eines Tages in den Kopf setzte, unbedingt ein Buch mit ihm zu machen. Herausgekommen ist dabei das schönste, schillerndste und überraschendste Tierbuch aller Zeiten.‘ (Seite 158)Ich liebe Kat Menschiks Illustrationen, und so sammle ich ihre Lieblingsbücher-Reihe und habe auch noch weitere Bücher von Menschik in meinem Regal stehen.Mit den Texten im Buch konnte ich anfangs eher weniger anfangen, aber im weiteren Verlauf fand ich Mark Beneckes Geschichten über Tiere ganz wunderbar. Hier kann man mehr über Alexandersittiche, Wolfspudel und Stare erfahren, aber auch sehr spezielle Porträts finden sich im Buch, z.B. über die allseits unbeliebten Silberfischchen, über betrunkene Elche, über nekrophile Enten und Meerjungfrauen.Hier erfährt man Dinge, die man sonst nirgends hört oder liest, und diese teilweise recht obskuren Details fand ich sehr gelungen. Auch über Genetik, Zucht und Kriminalistik kann man einiges erfahren, und Benecke erzählt oft flapsig und im Plauderton, was sehr unterhaltsam ist.Die Illustrationen von Menschik sind wie immer absolut grandios. Überall im Buch kann man wundervolle Bilder von Tieren finden, und es macht einfach Spaß, diese Illustrationen zu entdecken.