Das Radio war ein zentrales Medium der nationalsozialistischen Propagandapolitik. Unzählige
Reden Hitlers aber auch Musik und Lebenspraktisches wurden per moderner Kurzwellentechnik bis
in die hintersten Winkel des Deutschen Reichs gesendet. Wenig bekannt ist dass es bei Königs
Wusterhausen südlich von Berlin während des Zweiten Weltkriegs einen arabischsprachigen
Sender gab. Hier war der Mufti von Jerusalem Mohammed Amin al-Husseini der seit 1941 Asyl in
Deutschland genoss regelmäßig zu Gast. Er war ein glühender Antisemit und übermittelte den
eliminatorischen Judenhass der Nazis per Rundfunk in den Nahen Osten. Schon im Mandatsgebiet
Palästina schürte al-Husseini in den 1920er Jahren den Hass auf Jüdinnen und Juden. Nach
Kriegsende lebte er in Ägypten trat weiterhin öffentlich als Befürworter des Holocaust auf und
führte 1948 arabische Truppen im Krieg gegen den jungen Staat Israel. Wie es zu der
Zusammenarbeit zwischen den Nationalsozialisten und dem Mufti kam was sie einte was sie
trennte und welche Rolle das Radio dabei spielte zeichnet dieser Essay nach. Ein
rekonstruierendes MaroHeft von Olaf Kistenmacher mit Zeichnungen von Michaela Melián.