★★★★★
k.A.
19.06.2026
ean-shopping.de
Dieses Buch ist ein absolut Muss für alle, die sich für das Thema Transparenz interessieren, da es das Schlagwort perfekt erfasst und tiefgehend behandelt. Die Darstellung ist sehr gelungen und sehr informativ.
★★★★★
k.A.
19.06.2026
ean-shopping.de
Dieses Buch bietet einen sehr tiefgehenden Einblick in das komplexe Thema Transparenzgesellschaft und ist eine wertvolle Lektüre für alle Interessierten. Allerdings ist der Umfang für Anfänger möglicherweise etwas anspruchsvoll.
★★★★★
k.A.
19.06.2026
ean-shopping.de
Sehr gut
Das kleine Büchlein mit seinen 90 Seiten ist grandios. Byung-Chul Han, Professor für Philosophie in Karlsruhe, schreibt mehr assoziativ als stringent von der Pornographie des erstarrten Augenblicks und bewahrt methodisch auf die Weise Sinn", der sich erst im Abgang schmecken lässt.Transparenz ist ein Wort, das sich oberflächlich betrachtet zunächst positiv anhört. Die Illusion, dass Informationen rücksichtslos offen gelegt werden, scheint einer aufgeklärten Gesellschaft angemessen zu sein.Doch Transparenz und Wahrheit sind nicht identisch." Wahrheit steht für Negativität. Wer eine Wahrheit behauptet, setzt dem Offensichtlichen etwas entgegen. Transparenz dagegen nivelliert und Die Transparenzgesellschaft ist eine Hölle des Gleichen."Byung-Chul Han beschreibt im ersten Abschnitt, was er mit Transparenz meint bzw. welche Strukturen und Dynamiken in einer Gesellschaft anzunehmen sind, die Transparenz fordert. In dieser Gesellschaft wird Freiheit missverstanden. Der Mensch glaubt sich frei, er kann grenzenlos seinem Exhibitionismus und Voyeurismus frönen, bemerkt jedoch gar nicht, wie sehr er sich im Sinne von Norbert Elias freiwillig zum offenen Buch gemacht hat und sich selbst nicht mehr erkennen kann, da er sich dafür auch als ein anderer betrachten müsste.Diesen Zwang zur Transparenz dekliniert Byung-Chul Han dann durch. Die Ausstellungsgesellschaft verhindert das Ding als solches durch den Ausstellungswert. Die Evidenzgesellschaft verhindert das Verführen, weil das Verfahren im Vordergrund steht. Die Pornogesellschaft macht den Körper zur Schau und verhindert die erotische Spannung. Die Beschleunigungsgesellschaft verhindert das Narrative. Die Intimgesellschaft gibt das Theatralische auf und lässt die Selbst-Distanz fehlen. Die Informationsgesellschaft macht alles durchsichtig, sie beleuchtet die Dinge nicht mehr. Die Enthüllungsgesellschaft führt zu einer totalen Kontrolle und Überwachung. Und schließlich macht die Kontrollgesellschaft scheinbar das Vertrauen überflüssig und gaukelt Freiheit vor.Dieses Buch muss man mehrmals lesen. Und das nicht, weil es schwer verständlich geschrieben wäre, sondern weil man sich gegen die Enthüllungen wehren möchte. Es ist eine brutale Analyse, die sich auf das Politische wie auch Individuelle bezieht. Ein wahrer Erkenntnisgewinn.
Ein Philosoph, der nicht vom Elfenbeinturm herab schreibt, aber auch nicht oberflächlich für die Masse. Wer sich in social media tummelt, wer den Rufen nach "mehr Transparenz" eher skeptisch gegenübersteht, aber wenig Argumente hat, seine andere Haltung zu begründen, der findet hiervon reichlich.Die Transparenzgesellschaft sieht Han als eine Misstrauensgesellschaft, die auf Kontrolle setzt. Er betrachtet die Hypervisibilität in seinem geschichtlichen Kontext und zeigt auf, was unsere "Positivgesellschaft", die "Informationsgesellschaft", die "Evidenzgesellschaft", die "Beschleunigungsgesellschaft" , unsere "Kontrollgesellschaft" mit Transparenz zu tun hat, und welche Folgen das nach sich zieht. Letztendlich wird das Soziale ausgebeutet, doch diese Ausleuchtung wird nicht als Angriff auf die Freiheit betrachtet, wie in früheren Zeiten, sondern Han zeigt eindrücklich auf, wie der moderne Mensch sich diesem globalen Panoptikum freiwillig aussetzt und damit gleichzeitig zum Täter und Opfer wird....Ein kleines Büchlein, was ermutigt, dem Pathos der Transparenz nicht zu folgen, sondern sich wieder in Distanz und diskretem Rückzug zu üben.Sonja M. Mannhardt