Der Sound der neuen Homophobie klingt nicht böse sondern nett. Schrecklich nett. Er greift
Homosexuelle nicht offensiv an aber unterstellt ihnen eine gemeinsame Agenda die in Gestalt
einer ominösen Homolobby Sonderrechte durchsetzen möchte. Man hat ja nichts gegen Homosexuelle
aber ... Die neue Homophobie ist nicht das Problem dumpfer Stammtische. Sie schwelt hinüber zu
den Orten des links-intellektuellen Milieus bis hin zu den Grünen. Sie findet sich im
Feuilleton am Theater im politischen Kabarett. Im Prinzip ist die neue Homophobie natürlich
die alte. Neu ist dass es sich um eine Homosexuellenfeindlichkeit handelt die auf ihrer
Homosexuellenfreundlichkeit beharrt. Ich hab ja nichts gegen Schwule aber ... ist ein Buch für
Heteros und Homos eines das Brücken schlägt aber auch konstruktiven Streit provoziert.
Johannes Kram ist überzeugt: Wenn Heterosexuelle Homophobie nicht reflexhaft von sich weisen
sondern sich mit der strukturellen gesellschaftlichen aber auch mit der versteckten
individuellen beschäftigen könnten sie eine Menge über sich selbst und die Verfasstheit
unserer Gesellschaft lernen.