Band 18. Historiendrama in zwei Teilen. Der zweite Teil des Dramas setzt die Handlungslinien
des ersten fort. Der Erzbischof von York hat ein Heer gegen König Heinrich IV. aufgestellt. Mit
einer List überwältigt jedoch Prinz John der jüngere Sohn des Königs die Häupter der
Rebellion und verhindert damit einen weiteren Krieg. Prinz Heinrich sagt sich mehr und mehr vom
Tunichtgut Ritter John Falstaff los. Heinrich IV. aber bedrückt bis zu seiner letzten Stunde
das schlechte Gewissen wegen der Absetzung und Ermordung des gottgeweihten Richards II. Auf
seinem Sterbebett führt Heinrich mit dem Sohn Heinrich ein Gespräch in dem der König dem Prinz
mit weisen Ratschlägen die Krone anvertraut. Prinz Heinrich besteigt als Heinrich V. den Thron
von England. In die Geschichte von Heinrich IV. eingeflochten sind die komödienhaften
Ereignisse um den prahlerischen Dickwanst Sir John Falstaff dem ehemaligen Zechkumpan und
Genossen manches Abenteuers von Prinz Heinrich. Am wohlsten fühlt er sich bei seinen
verwahrlosten Kumpanen im Wirtshaus »Zum wilden Schweinskopf« und in den Armen von Lola
Lakenreißer. Er macht Schulden wo er nur kann verspricht der Schenkenwirtin die Ehe und
benutzt als er Rekruten ausheben muss die Gelegenheit Bestechungsgelder zu kassieren. Seine
große Zeit glaubt er gekommen als Prinz Heinz zum König gekrönt wird doch Heinrich V. weist
Falstaff scharf zurück. Die geniale und populärste Komödienfigur Shakespeares sein
prachtvoller bei all seinen Fehlern liebenswerter Falstaff ist in ein farbiges Bild
Alt-Englands mit seinem derben unverwüstlichen Volkshumor eingefügt. Zu diesen vitalen
lebensfrohen Szenen steht Heinrich IV. der seines Königtums nicht froh werden kann in
düsterem Kontrast. An ihm zeigt sich die Tragik der Macht die den Seelenfrieden stört.
Falstaff dagegen ist nicht nur die Verkörperung renaissancehafter Lebenslust dieser
ritterliche Dickwanst verfügt auch über plebejische Lebensweisheit die dem Pathos und dem Wahn
der Mächtigen spottet. Sein Einfluss auf Prinz Heinz hat durchaus positive Folgen: Er wächst zu
einem weisen König heran und so stellt sich heraus dass die Welt des verkommenen Adels und
des niederen Volkes dass Falstaff und seine Gesellen auch wenn er sich von ihnen später
lossagt eine bessere Schule der Königlichkeit waren als das gefährliche feudale Waffenrasseln.
Zweisprachige Ausgabe mit Anmerkungen des Übersetzers Bericht aus der Übersetzerwerkstatt und
einem einführenden Essay von Anne-Julia Zwierlein.