Im Zuge von Industrialisierung und aufkommender Sozialdemokratie entwickelt sich in
Mitteldeutschland bereits vor dem Ersten Weltkrieg ein klassenbewusstes Proletariat. Vielerorts
herrschen miserable Arbeits- und Lebensbedingungen weshalb linke Parteien in den Betrieben der
Region sehr viele Anhänger*innen finden und die Revolution gegen Weltkrieg und Monarchie
bereits am 7. November 1918 Mitteldeutschland erfasst - während sie Berlin erst zwei Tage
später erreicht. Doch wie anderenorts scheitern auch in Mitteldeutschland zunächst alle
Versuche eine proletarische Revolution zu erzwingen an der neuen Staatsmacht. Aber in vielen
Revolutionär*innen lebt die Hoffnung auf eine Räterepublik weiter. Zehntausende Arbeiter*innen
organisieren sich im Mitteldeutschen Industrierevier in den neuen linksradikalen Parteien VKPD
und KAPD. Im März 1921 verschärfen sich die bewaffneten Aktionen militanter Arbeiter*innen
die die Regierungstruppen mit Plünderungen Bankrauben und Sprengstoffattentaten sowie
Zugentgleisungen auf Trab halten. Gegen Ende des Monats wird dann sogar der Generalstreik im
ganzen Reich ausgerufen der allerdings nur wenige Tage andauern und hohen Blutzoll kosten
wird.